KARREE49 Chemnitz



Eine 127 Jahre alte Industriebrache, die sich dem schnellen Geld verweigert – und zeigt, wie Gemeinwohl im Unternehmertum praktisch funktionieren kann.
Nach luxussanierten Lofts sucht man im Rofinpark vergebens. Auf 100.000 Quadratmetern ehemaliger Rohrleitungs- und Rüstungsindustrie ist in Eberswalde ein lebendiger Mix aus Handwerk, Kultur, Kreativwirtschaft und ganz normalen Betrieben entstanden. Sanitärfachhandel neben Performancekunst. Hausbrauerei neben Musiklabel. Über 90 Mietparteien teilen sich nicht nur die denkmalgeschützten Backsteinhallen, sondern auch eine gemeinsame Haltung: keine Verdrängung, kein ‚höher, schneller, teurer‘. Auf Großinvestoren wurde hier bewusst nicht gesetzt.“ Stattdessen führt Eigentümerin Sarah Polzer-Storek den Park mit klarer Kante und offenem Ohr. Wachstum nur in Grenzen, saniert wird erst, wenn wirklich etwas kaputt ist. Vereine und kulturelle Projekte erhalten besondere Konditionen, die denkmalgeschützte Bausubstanz wird gepflegt. Großinvestoren? Wurden abgelehnt. Der Rofin soll ein Ort für alle bleiben.
Gemeinwohl zeigt sich hier nicht als Label, sondern ist Praxis: faire Mieten, langfristige Perspektiven, Räume für Initiativen, Unterstützung für Gründer*innen. Für Nadine Binias, Leiterin des AngerWERK, ist der Rofinpark ein Leuchtturm in der Region – und Sarah Polzer-Storek „eine Ikone bei uns in der Gegend.“
Im Rofinpark wird nicht nur über Strukturwandel geredet, sondern ganz einfach pragmatisch gemacht.
Während weltweit Kriege, Krisen und Klimachaos von einem System getrieben werden, das immer mehr und immer schneller will, versuchen wir im Rofinpark bewusst einen Gegenentwurf, mit fairen Mieten, echter Kooperation und Verantwortung statt Rendite-Maximierung.
Du möchtest ein Format übernehmen, anpassen oder mehr darüber erfahren? Der Kulturhanse Transfer lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nächste Schritte zu gehen.