KARREE49 Chemnitz


Im Hof der alten Feuerwache in Weimar, steht ein Schlauchturm. Früher trockneten hier Feuerwehrschläuche. Heute wächst hier ein Ort für Stadtmacher*innen.
Die Urbanothek ist kein klassisches Kulturzentrum. Kein Coworking-Space. Kein Vereinshaus. Sie ist eher eine Mischung aus Werkstatt, Bibliothek und Nachbarschaftszimmer. Ein Raum, der bewusst offen gedacht ist.
Die Idee dahinter ist einfach: Wer etwas für seine Stadt tun will, soll nicht erst eine Organisation gründen oder Räume mieten müssen. Sondern einfach anfangen können. Die Urbanothek stellt dafür Infrastruktur bereit. Einen Raum für Treffen, Workshops und Veranstaltungen. Eine kleine Bibliothek mit Fachliteratur zu Stadtentwicklung, Gruppenprozessen und gemeinschaftlichen Projekten. Materialien und Werkzeuge, die Initiativen ausleihen können: etwa Ausstattung für ein Straßenfest oder temporäre Aktionen im öffentlichen Raum.
Der Name entstand während eines Pilotprojekts zur resilienten Stadtentwicklung. Ein Teammitglied beschrieb die Idee damals als „Bibliothek des Stadtmachens“. Ein Ort, an dem Wissen gesammelt wird – und gleichzeitig neue Praxis entsteht. Die Urbanothek liegt in der Alten Feuerwache, einem gemeinschaftlichen Stadtentwicklungsprojekt mitten in Weimar. Die Gebäude gruppieren sich um einen Hof, der noch Baustelle ist, aber bereits Treffpunkt für viele Projekte.
Die Stadtverwicklung nutzt hier ein Büro im Erdgeschoss. Die Urbanothek wird der Teil sein, der für die Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich ist. Anders als viele Einrichtungen wird der Raum nicht zentral gesteuert. Die Community organisiert ihn gemeinsam. In regelmäßigen Plena entscheiden Initiativen, Nachbar*innen und Projekte über Nutzung, Veranstaltungen und Weiterentwicklung.
Die Finanzierung folgt ebenfalls einem solidarischen Prinzip. Wer mehr Ressourcen hat, zahlt mehr. Wer wenig Geld hat, kann sich auch durch Engagement einbringen. So bleibt der Raum auch für kleine Initiativen zugänglich.
Viele Ideen scheitern nicht an Motivation, sondern an Infrastruktur: fehlende Räume, hohe Mieten, komplizierte Organisation. Die Urbanothek versucht genau diese Lücke zu schließen.
Ein Raum für Gespräche, für Projekte, für kleine Experimente im Stadtalltag. Für Menschen, die ihre Stadt nicht nur verwalten lassen wollen – sondern selbst mitgestalten.
Du willst ein Projekt starten, dann gehst du dahin, findest alles, was du brauchst.. und kannst loslegen, ohne erstmal herausfinden zu müssen, wie das überhaupt geht.
Du möchtest ein Format übernehmen, anpassen oder mehr darüber erfahren? Der Kulturhanse Transfer lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nächste Schritte zu gehen.