Ahoj Görlitz

Ahoj Görlitz

Gemeinschaft leben

»Wir sahen junge Menschen das Stadtleben mitgestalten und wegen der Arbeit wegziehen. Wir sahen Initiativen am Limit des Ehrenamts, aber auch fröhliche Neustarts. Wir möchten Görlitz um einen Ort bereichern, der diese Anstrengungen ernst nimmt und die Suche nach neuen Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten jenseits der großen Städte unterstützt. Nur Mut, ahoj!«

Mit über 56.000 Einwohner*innen ist Görlitz die größte Stadt der Oberlausitz. Seit der Wiedervereinigung konnte die Stadt zwar architektonisch aufblühen, allerdings weniger durch wirtschaftliche Prosperität, sondern durch die Spendenbereitschaft Einzelner und die öffentliche Finanzierung.

Der wirtschaftliche Niedergang in der hochindustrialisierten und durch Energie- und Textilwirtschaft geprägten Region fand hier wie andernorts in Ostdeutschland statt.  Strukturelle Überalterung und jahrelange Werbemaßnahmen, die besonders auf gut betuchte Rentner (Pensionopolis) als Zuzugsgruppe zielten, verschärften das demografische Problem. Jenseits der Lethargie und den Narrativen der “abgehängten Regionen” denken aber auch in der Lausitz junge Menschen über ihre Möglichkeiten nach, in der Region zu bleiben.

by Paul Glaser

Die Organisation

Hinter Ahoj steckt eine Trägergemeinschaft aus vier Partnerorganisationen. Die Umsetzung des Netzwerkprojektes übernehmen wir als Kollektiv kfuenf. Wir sind selbst erfolgreiche Gründer*innen im Kultur- und Eventbereich. Als Kulturschaffende setzen wir Impulse, entwickeln neue Konzepte, die kollektiv umgesetzt werden. Dabei wissen wir, was es heißt, etwas eigens in die Hand zu nehmen und sich die Rahmenbedingungen dafür selbst zu schaffen. Im Kern realisieren wir das Gründungslabor-Stipendium und die Schaffung einer Anlaufstelle für Treffen, Austausch und gemeinsames Lernen in der Stadt. Die anderen Organisationen unterstützen uns mit den fehlenden Ressourcen.

Der Raum

Ahoj ist niedrigschwelliges Ladenlokal im Görlitzer Viertel Innenstadt West. Es ist Coworkingspace für die Gründer*innen, aber auch Anlaufpunkt für das Viertel, die freie Kulturszene und Tourist*innen. Die “Görlitzer Botschaft” soll als Wegweiser zu den vielen bereits bestehenden Anlegeplätzen dienen. Als Dock für Ratschläge und Gründungen. Als Empfangsstelle für Reisende. Als Raum für Testfahrten und Schiffstaufen. Daneben soll es ein Veranstaltungsangebot geben, das gemeinschaftlich vom Ahoj-Team und den Gründer*innen getragen ist.

by Paul Glaser
by Paul Glaser

Gründungslabor

Wir erfuhren während unser eigenen Gründung einen Großteil der Unterstützung von der freien Szene. Dies geben wir nun zurück, in dem wir die kleine, vitale, aber am Limit ihrer Ressourcen angekommene Kulturlandschaft stärken. Dafür unterstützen wir engagierte Görlitzer*innen mit ihrem Gründungslabor dabei, eine wirtschaftliche Bleibeperspektive aufzubauen und damit weiterhin ihre Stadt lebendig und offen gestalten. Zum anderen forcieren wir den Aufbau einer selbstorganisierten, solidarischen Gemeinschaft (Freie Szene), welche ressourcenorientierte Unterstützung ermöglicht und auch die Interessen der Akteur*innen lokal vertritt.

Der Filmclub von der Rolle ´94 e.V. hat als mobiles Kino in und um Görlitz angefangen. Seit 2015 betreibt der Verein ein Programmkino und will sich nun professionalisieren.

Das feministisches Forum ist eine (queer-)feministische Initiative, welche sich vor drei Jahren in Görlitz gegründet hat. Neben öffentlichen Veranstaltungen zu feministischen sowie emanzipatorischen Themen in Görlitz und im ländlichen Raum wollen sie Workshops für FLINT* (Frauen*, Lesben*, Inter*- und Non-binary-Personen, und Trans*idente Menschen) organisieren.

Der Dritte im Bunde ist Dan, der gemeinsam mit jungen Menschen ein interaktives Stadtspiel entwickelt. Es will Jugendliche Stadtentwicklung näherbringen und helfen Beteiligungsspielräume für junge Menschen zu identifizieren.

Eine andere Idee beschäftigt sich mit dem Aufbau einer regionalen Filmcooperative. Dafür möchte deren Vertreter im Ahoj, Sebastian, länderübergreifend (gedankliche) Räume schaffen und Unterstützung anbieten, in dem er zum Beispiel zu Workshops sowie inspirierende Menschen für Diskussionen einlädt.

Die fünfte Gründerin, Jessy James ist als Rapperin und SpokenWord-Künstlerin bereits weltweit auf Bühnen unterwegs und lehrt seit 2006 ihre Erfahrungen in über 20 Ländern. Sie will ein innovatives Workshopkonzept anbieten, in dem es um das Bühnenphänomen “Spoken Word/Poetry Slam“ geht.

Gründungsideen

In der ersten Runde wurden insgesamt fünf gemeinwohlorientierte Ideen aufgenommen. Um an dem Stipendium teilzunehmen, haben sogar einige Gründer*innen Görlitz zu ihrer neuen Heimat erkoren.

Kontakt

Adresse: Landskronstr. 4, 02826 Görlitz
E-Mail: kontakt@ahoj-goerlitz.de
Facebook: @ahojgoerlitz
Webseite: www.ahoj-goerlitz.de

by Paul Glaser

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